Ratgeber · 4 Min. Lesezeit
Wie viel kann man mit Umfragen verdienen?
Bezahlte Umfragen bringen ein Taschengeld, kein Einkommen. Wie viel es wird, hängt von der Länge der Umfragen, deinem Profil und der Zahl deiner Portale ab. Hier steht, wie du das selbst nachrechnest.
So funktioniert die Vergütung
Marktforschungsinstitute und Unternehmen wollen wissen, was Menschen über Produkte, Werbung oder gesellschaftliche Themen denken. Umfrageportale vermitteln dafür Teilnehmerinnen und Teilnehmer und geben einen Teil des Honorars als Belohnung weiter.
Fast alle Portale zahlen in Punkten. Jedes Portal hat einen eigenen Umrechnungskurs, zum Beispiel 100 Punkte für 1 €. Ausgezahlt wird erst, wenn dein Punktestand eine Mindestgrenze erreicht. Je nach Portal bekommst du dann eine Überweisung, Geld per PayPal oder einen Gutschein.
Die Dauer einer Umfrage steht in der Regel schon in der Einladung, meist zusammen mit der Vergütung. Damit hast du alles, was du für eine ehrliche Rechnung brauchst.
Was den Verdienst bestimmt
- Länge der Umfrage
- Längere Umfragen bringen mehr Punkte. Die Vergütung pro Minute bleibt dabei oft ähnlich.
- Dein Profil
- Eingeladen wird, wer zur Zielgruppe einer Studie passt. Seltene Profile, etwa bestimmte Berufe oder Altersgruppen, werden häufiger gesucht.
- Anzahl der Portale
- Wer bei mehreren Portalen angemeldet ist, bekommt mehr Einladungen. Dafür verteilen sich die Punkte, und jede Mindestgrenze muss einzeln erreicht werden.
- Reaktionszeit
- Viele Umfragen arbeiten mit Quoten. Sind genug Antworten aus einer Gruppe da, schließt die Umfrage für diese Gruppe.
Screen-outs: der unsichtbare Zeitfresser
Am Anfang fast jeder Umfrage stehen Fragen zur Vorauswahl. Passt du nicht zur gesuchten Zielgruppe, endet die Umfrage nach wenigen Minuten. Das nennt sich Screen-out. Manche Portale schreiben dafür ein paar Trostpunkte gut, andere nichts. Diese Minuten fehlen in jeder Rechnung, die nur auf die Vergütung pro Umfrage schaut.
Screen-outs sind kein Zeichen dafür, dass du etwas falsch machst. Sie gehören zum System: Ein Institut sucht zum Beispiel nur Menschen, die in den letzten drei Monaten ein bestimmtes Produkt gekauft haben. Wer nicht dazugehört, wird freundlich verabschiedet.
Umfrage-Rechner
Trag die Werte deiner Umfragen ein. Der Rechner zeigt, was pro Stunde übrig bleibt, wenn du Screen-outs mitzählst.
Die voreingestellten Zahlen sind Beispielwerte zur Veranschaulichung, keine Durchschnittswerte eines bestimmten Portals.
Ein Beispielmonat
Angenommen, du bist bei drei Portalen angemeldet und schließt pro Woche fünf Umfragen ab, jede mit 1 € vergütet. Mit den Screen-outs aus dem Rechner brauchst du pro abgeschlossener Umfrage gut 20 Minuten.
| Rechenschritt | Wert |
|---|---|
| Abgeschlossene Umfragen im Monat | ca. 22 |
| Vergütung | ca. 22 € |
| Zeitaufwand inklusive Screen-outs | ca. 7,5 Stunden |
Rechenbeispiel mit angenommenen Werten. Deine Zahlen hängen von Profil, Portalen und Einladungen ab.
Beachte außerdem: Die 22 € verteilen sich auf drei Portale. Liegt die Mindestgrenze bei einem davon höher als dein Punktestand, wartest du auf diesen Teil noch einen weiteren Monat.
Was den Stundenlohn drückt
- Unvollständiges Profil: Du landest öfter in der Vorauswahl und fliegst dort raus.
- Späte Antworten: Wer Einladungen erst nach Tagen öffnet, trifft öfter auf volle Quoten.
- Zu viele Portale: Bei sechs oder sieben Anmeldungen bleibt überall ein Rest unter der Auszahlungsgrenze.
- Bonus-Angebote mit Haken: Manche Portale bieten neben Umfragen auch Punkte für Probeabos oder Käufe an. Rechne genau nach, bevor du dafür Geld ausgibst oder ein Abo abschließt.
Per App oder am Computer?
Beides funktioniert. Eine App meldet neue Umfragen sofort, das hilft bei Quoten. Längere Umfragen mit Tabellen und vielen Antwortmöglichkeiten lassen sich am Computer oft bequemer ausfüllen. Viele nutzen deshalb die App für Benachrichtigungen und beantworten die langen Umfragen später am Bildschirm.
Lohnt sich das?
Ja, wenn du Wartezeiten füllen willst, gern deine Meinung sagst und dir ein kleines Sparziel setzt, etwa einen Gutschein im Quartal.
Eher nicht, wenn du einen verlässlichen Zuverdienst brauchst. Dafür schwankt die Zahl der Einladungen zu stark.
Und die Steuer?
Auch Einnahmen aus Umfragen können steuerpflichtig sein. Ob und ab welchem Betrag, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Im Zweifel fragst du beim Finanzamt oder in einer Steuerberatung nach.
Häufige Fragen
Kann man mit Umfragen 100 € im Monat verdienen?
Rechne es vorher durch. Bei 1 € für rund 20 Minuten wären das etwa 33 Stunden im Monat. Für die meisten ist das kein realistischer Nebenverdienst.
Wie lange dauert eine Umfrage?
Häufig zwischen 5 und 30 Minuten. Die Dauer steht meist in der Einladung. Ist eine Umfrage deutlich länger als angegeben, darfst du das dem Portal melden.
Muss ich für die Teilnahme etwas bezahlen?
Nein. Seriöse Portale sind kostenlos. Wie du sie erkennst, steht im Ratgeber zu seriösen Umfrageportalen.